Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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ich eilte hierher, Euch zu berichten, daß der Weg zu Eurer Flucht offen ſtehe.“

„Flucht!“ rief die Lady,„raſch ſich aus ihrem Lehn⸗ ſeſſel erhebend, waͤhrend Leben in ihre Augen und Feuer auf ihre Wangen wiederkehrten;„aber ach, Janette! die Ret⸗ tung kommt zu ſpaͤt!“

„Nicht doch, nicht doch! theure Gebieterin!“ entgegnete Janette;„kommt, faßt Muth, ſruͤtzt Euch auf meinen Arm; kommt, geht mit mir im Zimmer auf und ab.— Laßt nicht Eure Phantaſie ſchaͤdlicher wirken, als Gift!— ſo, theure Graͤfin!— Habt Ihr nicht den vollkommenen Gebrauch Eurer Glieder?“

„Meine Starrſucht ſcheint nachzulaſſen,“ ſagte die Graͤfin, als ſie, auf Janettens Arm gelehnt, im Zimmer auf und ab ſchritt;„aber iſt dem wirklich auch ſo, habe ich denn nicht den toͤdtenden Trank verſchluckt? Varney war in deiner Abweſenheit hier, und gebot mir mit Blicken, in denen ich nur zu gut mein Schickſal las, den furchtbaren Becher zu leeren. Janette, was er enthielt, muß Schrecken bringen, denn noch nie ward ein harmloſer Trank von ſolch einem Mundſchenk kredenzt.“

„Auch hielt er es nicht fuͤr unſchaͤdlich,“ erwiederte Janette;„aber Gott macht die Verſuche der Boͤſen zu

Schanden. Glaubt mir, ſeht, ich betheure es Euch bei den heiligen Evangelium, Euer Leben iſt außer Gefahr.— Aber leiſtetet Ihr ihm denn keinen Widerſtand?“

„Codtenſtille herrſchte im Hauſe,“ ſagte die Lady;„Du warſt fern— niemand im Zimmer, als ich und er, der je⸗ des Verbr echens faͤhig iſt. Ich beſtand nur darauf, daß er mich von ſeiner verhaßten Gegenwart befreien ſollte, und

ich trank, was er gebot.— Du aber ſprachſt von Fluchi,

Janette! wars nicht ſo?“

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