Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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11.

Die Stunde des Abendgebets war voruͤber, und Janette, berechnend, daß ein laͤngeres Außenbleiben Verdacht und Nachfragen in dieſem Hauſe des Argwohns erkegen würde, kehrte nach Cumnor⸗Place zuruͤck, und eilte zu dem Gemach, in welchem ſie ihre Gebiekerin verlaſſen hatte. Sie fand dieſe, die Arme auf dem Tiſche reuzweis uͤber einander ge⸗ ſchlagen, auf denen ihr Haupt ruhte. Sie blickte nicht auf, als Janette eintrat, ſondern blieh bewpegungelös in ihtes Stellung.

Die treus Dienerin flog mit Blit gesſchnelle auf ihre Herrin zu, und indem ſie das Haupt der Graͤfin mit der Hand emporhob, flehete ſie dringend, doch aufzu blicken, und ihr mitzutheilen, was die urſache eines ſo ſeltſamen Zuſtan⸗

des ſey. Die ungluͤckliche Lady ſah ſie mit einem geiſter⸗ aͤhnlichen, todtenbleichen Antlitz an;„Janette!“ ſprach ſie mit furchtbarem Tone,„ich habe getrunken!“—

„Gott ſey gelobt!“ rief Janette frendenvoll,——„Gokt ſey gelobt, daß Euch nichts ſchlimmeres begegnete; was Ihr davon genoſſen habt, wird Euch keinen Schaden thun.— Richtet Euch auf, theure Gebieterin, ſchuͤttelt dieſe Starr⸗ ſucht von Euren Gliedern, dieſe Verzweiflung von Eurem Geiſte!“

„Janette,“ wiederholte die Graͤſin,„ſtoͤre mich nicht,— laß meinen Lebensſtoff ruhig entſchwinden— ich bin ver⸗

geiftet!“

„Ihr ſeyd es nicht“ rief das Maͤdchen freudig,— „was Ihr zu Euch nahmt, kann Euch nicht ſchaden, unn