Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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„Du, mein Kind!“ rief Foſter aͤngſtlich;„nein, nein! Du nicht— Du ſollſt ihr dieſen Dienſt nicht leiſten.“

„Und warum nicht?“ fragte Janette.

„Weil,— weil,“— entgegnete der Mundſchenk in Zorn ausbrechend, als ſeiner Meinung nach das beſte Mit⸗ tel, um ſeinen Mangel an Gruͤnden zu bedecken,—„weil ich es nicht will,— mache nur, daß Du fortkommſt zum Abendgebet.“

„So gewiß ich noch oͤfterer zu beten hoffe, gehe ich nicht in die Betſtunde, bevor ich nicht hinſichtlich meiner Gebieterin beruhigter bin. Gebt mir das Flaͤſchchen, Va⸗ ter!“— Bei dieſen Worten nahm ſie es aus ſeiner Hand, trotz dem Widerſtande, den er mit klopfendem Herzen zu leiſten ſchien,„und nun, Vater!“ fuhr ſie fort,„was meiner Graͤfin gut thun ſoll, kann mir nicht Nachthril bringen.— Auf Euer Wohl, Vater!“

Foſter ſtuͤrzte, ohne ein Wort zu ſprechen, auf ſeine Tochter zu, riß ihr das Flaͤſchchen aus der Hand, und blieb in groͤßter Verlegenheit uͤber das, was er gethan, ſo wie uͤber das, was jetzt zu thun ſey, wie an den Boden gefeſſelt, ſtehen, auf ſeine Tochter mit einem Geſicht blickend, in welchem Furcht, Wuth und uͤberfuͤhrte Bosheit eine ſchrek⸗ kenvolle Miſchung darboten.

„Das iſt ſeltſam, Vater!“ ſagte Janette, indem ſie ihn mit durchbohrenden Blicken betrachtete, ſcharf, wie die Waͤchter der Geiſteskranken ihre ungluͤcklichen Pfleglinge in Furcht zu erhalten pflegen;„wollt Ihr mich nicht meine Lady bedienen laſſen, ſoll ich ihr nicht zutrinken?“

Der Muth der Graͤfin verließ ſie waͤhrend dieſes furcht⸗ baren Auftritts nicht. Sie beyielt die raſche Sorgloſigkeit ihres Gemuͤths, und obgleich ihre Wange anfangs erblichen war, ſprach dennoch aus ihren Augen Ruhe, ja ſelbſt Ver⸗