Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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achtung.„Wollt Ihr denn etwa ſelbſt mir dieſe treffliche Herzſtaͤrkung zutrinken, Herr Foſter?“ fragte ſie,„vielleicht wollt Ihr Euch dieſe Ehre vorbehalten, Herr Foſter, trinkt denn, trinkt!“—

„Ich will nicht!,, entgegnete Foſter.

„Und wer, meint Ihr, ſoll denn dieß koſtbare Getraͤnk zu ſich nehmen?“ fuhr die Graͤfin fort.

„Der Teufel, der es gebrauet hat;“ erwiederte Foſter, wandte ſich raſch, und verließ das Zimmer.

Janette ſah auf die Graͤfin mit einem Blick voll Schaam, Angſt und Kummer.

„Weine nicht um mich!“ ſprach die Graͤfin freundlich.

„Nicht um Euch weine ich jetzt, theuerſte Gebieterin!“ erwiederte Janette mit einem tiefen Seuſzer;„nur mir ſelbſt gelten dieſe Thraͤnen, und meinem ungluͤcklichen Va⸗ ter.— Nur wer vor Gott und Menſchen zu Schanden ge⸗ worden iſt, verdient beklagt zu werden— nicht der Schuld⸗ loſe.— Gott ſey mit Euch, gnaͤdige Frau!“ rief ſie dann ſchnell, indem ſie den Mantel nahm, in welchem ſie ge⸗ woͤhnlich auszugehen pflegte;„ich muß jetzt von Euch gehen.“

„Wie, Du verlaͤßt mich, Janette?“ fragte ihre Ge⸗ bieterin;—„jetzt in dieſer Angſt und Noth!“—

„Euch verlaſſen!“ rief Janette, indem ſie von der Thuͤr zuruͤck nach der Graͤfin eilte, und ihre Haͤnde mit Kuͤſſen bedeckte;—„Euch verlaſſen!— eben ſo leicht koͤnnte meine Hoffnung auf eine ewige Seligkeit von mir weichen!— Nie, nie, nimmermehr! Der Gott, dem ich diente, wird mich aus dieſer Noth erretten, ſpracht Ihr; Ihr hattet recht; es ſteht ein Weg zu Eurer Flucht offen. Tag und Nacht habe ich zu Gott gefleht um Licht, damit ich ſehen koͤnne, wie ich in dem Streit meiner Pflichten gegen meinen ungluͤcklichen Vater und gegen Euch handeln muͤſſe. Ernſt

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