— 176—
„Sage vom Geſchaͤft der Hoͤlle!“ entgegnete Varney, „ſie iſt dein Element.— Foſter, wir beduͤrfen Deiner bei unſerer Unterredung.“
Foſter trat langſam ins Zimmer; Varney folgte, und verriegelte die Thuͤr, und ſie ſetzten ſich nun nieder zum geheimen Rath.
Unterdeſſen ſchritt die Graͤfin in ihrem Zimmer auf und ab mit von Verdruß und Zorn geroͤtheten Wangen.
„Der Boͤſewicht,“ rief ſie;„der kaltbluͤtig berechnende Schurke!— Aber ich habe ihn entlarvt, Janette.— Ich zwang die Schlange, ihre glatte Haut von ſich zu werfen, und ſich mir in ihrer ganzen Schaͤndlichkeit zu zeigen.— Ich hielt meinen Zorn zuruͤck, in Gefahr, von ſeiner Ge⸗ walt erdruͤckt zu werden, bis der Bube mir ein Herz entfal⸗ tete, ſchwarz, wie die dunkelſten Winkel der Hoͤlle.— Aber Leieeſter! wie war es moͤglich, daß du auch nur auf einen Augenblick von mir verlangen konnteſt, meine ehelichen Rechte zu verleugnen, wie konnteſt du ſie auf einen Andern uͤbertragen? Nein, nein! es iſt unmoͤglich, der Schurke hat in Allem gelogen!— Ich will hier nicht laͤnger bleiben, Janette— ich fuͤrchte Varney— ich fuͤrchte deinen Vater— tief ſchmerzt es mich, Dir es ſagen zu muͤſſen; aber ich fuͤrchte deinen Vater, vor allen aber, den verhaßten Varney — ich muß, ich muß aus Cumnor entfliehen.
„Aber um Gottes willen, theure Gebieterin, wohin
wolltet Ihr fluͤchten, und wie aus dieſen Mauern entkom⸗ men.
„Ich weiß es nicht, Janette!“ ſagte die unglicküiche Lady, zum Himmel aufblickend und ihre Haͤnde ringend; „noch weiß ich nicht, wohin ich fliehen ſoll, und wie; aber ich lebe in der Ueberzeugung, daß der Gott, dem ich diente,


