Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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nicht einwilligen will, welche Mylord, um gewiſſe Dinge noch geheim zu halten, fuͤr nothwendig erachtet, und die er felbſt in jenem Briefe, den Ihr in ihren Haͤnden ſeht, aus⸗ ſpricht.“ 5

Jetzt verſuchte Foſter ſich einen Anſtrich von Autoritaͤt zu geben, welche, wie er glaubte, ſeinem Amte zuſtehe. „Ihr ereifert Euch auch allzuſehr, Mylady!“ ſprach er.— „Solche Taͤuſchung kann nicht verdammt werden, wenn ſie in guter Abſicht geſchieht; ſelbſt der Patriarch Abraham gab Sarah fuͤr ſeine Schweſter aus, als ſie nach Egypten zogen.“

„Aber Gott ſtrafte dieſen Betrug ſelbſt an dem Stamm⸗ vater ſeines geliebten Volks durch den Mund des Heiden Pharao. Schweigt Ihr, der Ihr aus der heiligen Schrift nur Stellen habt, die uns dort als Warnungszeichen, nicht aber als Muſter aufgeſtellt worden!“.

„Aber Sarah, mit Eurer Erlaubniß, fuͤgte ſich in den Willen ihres Eheherrn,“ erwiederte Foſter,„und nannte ſich ſeine Schweſter, wie er gebot.

„Vergebe mir Gott meinen Zorn,“ ſagte die Graͤfin; „Du biſt ein eben ſo frecher Heuchler, ats jener Burſche dort ein unverſchaͤmter Betruͤger. Nie werde ich glauben, daß der edle Dudley ſolchem feigen entehrenden Plane ſein Ohr lieh. So verfahre ich mit ſeinem ſchaͤndlichen Antrage, wenn es wirklich der Seinige iſt, und ſo vertilge ich ihn auf immer.“

So ſprechend zerriß ſie Leiceſters Schreiben, und trat auf den auf den Fußboden geworfenen Stuͤckchen mit einer heftigen Ungeduld herum, als wolle ſie die Fragmente, in welche ihr Zorn den Brief verwandelt hatte, zu Staub zer⸗ malmen.

„Ihr ſeyd Zeugen,“ ſagte Varney, mit etwas mehr Faſſung;„ſie hat Mylord's Brief zerriſſen, um den An⸗