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welches ſie in der Hand hielt, weit uͤber den Boden hin, als ihr Ohr ploͤtzlich den raſchen Hufſchlag von Pferden ver⸗ nahm;„das iſt Leieeſter!“— rief ſie aus,„mein edler Gemahl!— mein theurer Dudley! Jeder Hufſchlag ſeines Pferdes ertoͤnt mir wie himmliſche Muſik!“
Ein kurzes Geraͤuſch ward vom Hofe her hoͤrbar, und Foſter trat mit ſeinem niedergeſenkten Blick und plumpem Weſen herein, berichtend:„Daß Herr Richard Varney als Botſchafter von Mylord angelangt ſey; er ſey die ganze Nacht durch geritten, und wuͤnſche vorzuͤglich mit der Graͤfin zu ſprechen.“
„Varney?— mit mir ſprechen?“ fragte die e Grißi mit gedehntem Tone.—„Doch er kommt ja mit Nachrichten von Leiceſter, laßt ihn augenblicklich herein.“
Varney trat in das Zimmer, wo die Graͤfin geſchmuͤckt ſaß, mit ihrer natuͤrlichen Lieblichkeit, verſchoͤnt von Janet⸗ tens kunſtgeuͤbter Hand. Aber der ſchoͤnſte Theil ihres Schmucks beſtand in dem Neichthum ihrer lichtbraunen Lok⸗ ken, welche in uͤppiger Fuͤlle uͤber ihren Schwanenhals und uͤber den von aͤngſtlicher Erwartung gehobenen Buſen her⸗ abwallten, der ſeine Glut durch einen Anflug von Roͤthe ihren himmliſchen Geſichtszuͤgen müttheilte.
Varney trat ins Gemach, in derſelben Kleidung, in welcher er am vorigen Tage ſeinem Gebieter an den Hof
geſolgt war, deren Glanz zu der Unordnung, in welche ſie durch ſeinen naͤchtlichen Ritt gerathen war, einen ſeltſamen Contraſt bildete. Auf ſeinem Geſichte war jener Ausdruck eilender Angſt ſichtbar, den man bei Leuten zu bemerken pflegt, welche eine Botſchaft zu uͤberbringen haben, fuͤr welche ſie eine unfreundliche Aufnahme fuͤrchten, und welche doch von der Nothwendigkeit, ſie mitzutheilen, uͤberzeugt ſind. Der Graͤfin Her; erfuͤllte ſich bei ſeinem Anblicke mit großer


