Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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eu lieben, ſelbſt wenn ich wollte,— oder wenn er— was Gott verhüten mag— aufhoͤren ſollte, mich zu lieben. Aber laut will ich es geſtehen, gluͤcklicher waͤre ich geweſen, als ich es jetzt vin, wenn ich in Lincote Hall geblieben waͤre, ſelbſt dann, wenn ich den armen Treſſilian haͤtte heirathen muͤſſen, mit dem melancholiſchen Blicke und dem Kopfe voll Gelehrſamkeit, um den ich mich ſonſt nur wenig kuͤmmerte. Wenn ich nur verſuchen wuͤrde in ſeinen Lieblingsbuͤchern zu leſen, ſprach er oft, ſo wuͤrde gewiß einmal eine Zeit kom⸗ men, wo ich es mit Freuden thun wuͤrde. Dieſer Augenblick, er iſt da— wie mir ſcheint.“

„Ich kaufte einige Buͤcher fuͤr Euch, gnaͤdige Frau,“ ſagte Janette,„kuͤrzlich auf dem letzten Markte, von einem lahmen Kerl, der mir dabei gar dreiſt in die Augen kuckte.“

„Zeige ſie mir doch, Janette!“ ſprach die Graͤfin;„laß es aber nur keine von deiner eigenen ſtrengen Seete ſeyn.— Was ſind denn das fuͤr ſonderbare Titel, du ehrbare Donna!— Lichtputze fuͤr den goldenen Altar⸗ leuchter— Myrrhen und Kraͤuter zur Reini⸗ gung kranker Seelen— Ein Schluck Waſſer gaus dem Thale von Baca— Fuͤchſe und Feuer⸗ braͤnde.— Was bringſt Du mir da fuͤr Zeug, Maͤdchen?“

„Es ſchien mir geziemend, Froͤmmigkeit auf Euren Weg zu ſtreuen, gnaͤdige Frau!“ entgegnete Janette;„wollt Ihr aber keins davon, ſo liegen hier, wie ich glaube, Lieder und Geſchichtsbuͤcher.“ 3 Ddie Graͤfin fuhr theilnahmlos fort, eine Anzahl ſeltener Buͤcher durchzublaͤttern, deren Beſitz zwanzig Antiquare unſerer Zeit zu reichen Maͤnnern gemacht haben wuͤrde. Aber auch ihr mannichfacher Inhalt war nicht nach der Graͤfin Geſchmack, und eilig ſprang ſie von ihrer ſeelenloſen Beſchaͤftigung empor, und freudig ſchleuderte ſie das Buch,