Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— Ab—

ob, was ſehr moͤglich waͤre, meine ein miſchuns jett euch mehr ſchaͤdlich, als nuͤtzlich ſeyn wuͤrde.“ So ſprechend, warf Suſſex ſchnell einen reichen Zobel⸗

pelz um, und ordnete ſein Aeußeres ſo raſch und ſo gut, als moͤglich, um vor den Augen der Koͤnigin zu erſcheinen.

Aber dieß eilige Bemuͤhen vermochte nicht, das geiſterbleiche Anſehen, welches die Folge ſeiner langen Krankheit war, auf einem Geſichte zu vertilgen, welches ſich mehr durch ſtarke, kraͤftige, als durch einnehmende Zuͤge auszeichnete. Ueberdem war er von keinem großen Wuchs, breitſchultrig, ſtark, und obgleich fuͤr den Krieg geſchaffen, doch hier in der friedlichen Halle kein Gegenſtand, wie ihn Frauen gern zu ſehen wuͤnſchen; oin porſoͤnlicher Nachtheil, welcher dem, obſchon von ſeiner Monarchin geſchaͤtzten und geehrten Grafen, dennoch im Vergleich mit Leiceſter, der ſich eben ſo ſehr durch feine Sitten, als durch Koͤrperſchoͤnheit auszeichnete, im Nangſtreit um die Gunſt der Koͤnigin ſchaͤdlich ward.

Trotz der großen Eile des Lord's trat die Koͤnigin ihm doch ſchon am Eingange der Halle entgegen, und er bemerkte auf den erſten Blick, daß ihre Stirn bewoͤlkt war. Ihrem argwoͤhniſchen Auge waren die bewaffneten Anhaͤnger und Cavaliere des Grafen aufgefallen, mit denen das ganze Her⸗ renhaus angefuͤllt war, und ihre erſten Worte drückten ihre Mißbilligung in dieſor Ruͤckſicht aus.—

„Iſt dieß hier eine koͤnigliche Garniſon, Mylord von Suſſex?“ ſprach ſie,„oder ſind wir vielleicht zufaͤllig Say's Court vorbeigefahren, und in unſerem Tover zu London ab⸗ getreten? Lord Suſſex beeilte ſich eine Entſchuldigung zu machen, Eliſabeth aber unterbrach ihn:

„Es bedarf deſſen nicht, Mylord,“ entgegnete ſie,„wir ſind entſchloſſen, unverzuͤglich einer Uneinigkeit ein Ende zu machen, welche zwiſchen Euch und einem andern Lord unſe⸗