Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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„Ew. Maſeſtaͤt zu Befehl!“ erwiederte Walter,„aber ich habe gelehrte Leute ſagen hoͤren, daß dieß verheißne Heil fuͤr die Aerzte, nicht aber fuͤr die Kranken vorhanden ſey.“

„Bei meiner Treu, Kind! Du haſt mich gut abgefer⸗ tigt!“ ſagte die Koͤnigin lachend,„mein Hebraͤiſch iſt grade nicht weit her.— Sprecht Ihr, Mylord von Lincoln, hat der junge Mann den Text richtig ausgelegt?“

„Das Wort Heil, Ew. Majeſtaͤt!“ erwiederte der Bi⸗ ſchof von Lincoln,„ſo wie es uͤberſetzt worden, mag wohl etwas übereilt angenommen worden ſeyn, im Hebraͤiſchen heißt es——

„Mylord,“ unterbrach ihn die Koͤnigin,„wir ſagten bereits, daß wir unſer Hebraͤiſch vergaßen. Du aber, junger Mann, wie heißt Du, und woher deine Abkunft?“

„Raleigh iſt mein Name, gnaͤdigſte Koͤnigin!“ erwiederte der Jungling,„ich bin der juͤngere Sohn einer zahlreichen, aber ehrenwerthen Familie aus Devonſhire.“

„Raleigh?“ wiederholte Eliſabeth, nachdem ſie ſich einen Augenblick zu beſinnen ſchien,„haben wir nicht von Euren

Dienſten in Irland gehoͤrt?“

„Ich bin ſo gluͤcklich geweſen,“ antwortete Walter, „dort einige Dienſte leiſten zu koͤnnen, zu unbedeutend in⸗ deß, als daß ſie das Ohr Ew. Majeſtaͤt erreicht haben ſollten.“

„Das hoͤrt weiter, als Ihr vielleicht meint,“ erwiederte die Koͤnigin mit einem huldreichen Laͤcheln,„und hat von einem Juͤnglinge Kunde vernommen, der in Schannon eine Ueberfahrt gegen eine ganze Bande Irlaͤndiſcher Rebellen vertheidigte, bis der Strom von ihrem, und auch von ſeinem

Blute gefaͤrbt war.“

„Etwas Blut mag ich wohl dabei verloren haben,“ ent⸗ gegnete der Juͤngling, mit Beſcheidenheit ſeine Blicke zu