Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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„Wie, Du warſt es?— Du ſelbſt, der meinen Boten und Arzt von Say's Court zuruͤckwies?“ ſagte die Koͤnigin. „Was konnte ſolche Vermeſſenheit bei jemand veranlaſſen, der ſeiner Monarchin ergeben ſcheint— ich will ſagen, deſſen aͤußerer Anſchein von Ergebenheit zeigt?“

„Ew. Majeſtaͤt,“ erwiederte der Juͤngling,— welcher des Ernſtes ungeachtet, den die Koͤnigin zeigte, doch etwas in ihren Geſichtszuͤgen zu bemerken glaubte, das nicht auf unerbittlichkeit deutete,—„in meiner Heimath gilt dds Spruͤchwort: daß der Arzt jedesmal der Lehnsherr ſeines Kranken ſey. Nun befand ſich aber mein edler Herr unter

dem Befehl eines ſolchen, deſſen Rath ihm ſehr nuͤtzlich gee weſen war, und dieſer hatte erkaͤrt, daß der Graf nicht aus ſeinem Schlummer erweckt werden duͤrfe, bei Gefahr ſeines Lebens.“

„Dein Herr hat ſich einem Schurken von Quackſalber anvertraut,“ entgegnete die Koͤnigin.

„Hieruͤber weiß ich nichts,“— antwortete Walter,— „doch iſt's Thatſache, daß er ſich jetzt, eben heute Morgen, nach einem erguickenden Schlafe beſſer fuͤhlt, als ſeit langer Zeit.“

Die umſtehenden Großen des Hofes blickten auf einan⸗ der, mehr aber, um den Eindruck zu beobachten, den dieſe Nachricht hervorgebracht, als aus wirklicher Theilnahme an dem Gegenſtande ſelbſt. Die Koͤnigin aber erwiederte raſch, und ohne ſich zu bemuͤhen ihre Freude zu verbergen:„Auf mein Wort, ich bin froh, daß es ſich mit ihm beſſert! Du aber war'ſt allzukuͤhn, meinen Doctor Maſters zuruͤckzuweiſen. Weißt Du nicht, was die heilige Schrift ſagt: wo viole Raͤthe ſind, iſt Heil?“