— 37—
es ihm die Leidenſchaftlichkeit der Koͤnigin geſtattete, mit großer Ehrerbietung und Unterwuͤrfigkeit:—„Moͤg' es Ew. Majeſtaͤt zu vernehmen gefallen, daß ich mit keiner Ent⸗ ſchuldigung von Seiten des Grafen von Suſſer hierher ge⸗ ſandt worden bin.“
„Und womit war't Ihr denn ſonſt beauftragt?“ fragte Eliſabeth mit einer Heftigkeit, welche unter vielen edleren Eigenſchaften ihren Character ſcharf bezeichnete;„war's denn etwa mit einer Rechtfertigung, oder, Gott's Tod!*) wohl gar uns zum Trotz!“ S
„Madam,“ erwiederte der Juͤngling,„Mylord von Suſſer ward die Beleidigung kund, welche einem Verrath aͤhnlich ſieht, und er beeilte ſich, um den Thaͤter zu retten, ihn den Haͤnden und der Gnade Ew. Majeſtaͤt zu uͤberliefern. Der edle Graf lag im feſten Schlafe, als Eure huldreiche Botſchaft erſchien, weil er einen Trank zu dieſem Endzweck von ſeinem Arzte bekommen hatte, und er erfuhr erſt an dieſem Morgen, bei ſeinem Erwachen, den unanſtaͤndigen Empfang, den Ew. Majeſtaͤt gnadenvolle Botſchaft erfahren hatte.“ nUnd wer von ſeinen Dienern, beim Himmel!“ fragte
die Koͤnigin,„unternahm es, meine Sendung zuruͤckzuwei⸗ ſen, und meinen Arzt nicht bei ſeinem Herrn vorzulaſſen, zu deſſen Huͤlfe ich ihn ſandte?“
„Der Verbrecher ſteht vor Euch,“ entgegneke der Juͤng⸗ king, ſich tief verbeugend;„die volle und alleinige Schuld iſt mein, und Mylord hat mich hieher geſendet, fuͤr die Folgen eines Fehlers zu buͤßen, an dem er eben ſo ſchuldlos iſt, als die Traͤume eines Schlummernden an den Handlungen eines wachenden Menfchen.“
*) God's death war ein euöhuliiher 2 Ausdruck Eliſabeth's, wenn ſie beftig wurde.


