Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 36—

ben ſein Gehirn verwirrt; ich muß wiſſen, wer er iſt, damit ich ihn ſicher zu den Seinigen geleiten laſſen kann. Sprich, wer biſt Du?“

„Ein Cavalier aus dem Gefolge des Grafen von Suſſex, zu Ew. Majeſtaͤt Befehl,“ erwiederte Walter,„von ihm nebſt ſeinem Stallmeiſter mit einer Botſchaft an Euch ab⸗ geſandt, gnaͤdigſte Frau.“

Ploͤtzlich wandelte ſich der Ausdruck von Huld, welcher bisher in Eliſabeth's Zuͤgen ſichtbar geweſen war, in Stolt und Strenge.

„Mylord von Suſſex,“ ſprach ſie,„hat durch den Werth⸗ den er auf unſere Botſchaften legt, uns gelehrt, wie wir die ſeinigen empfangen ſollen. Noch heute fruͤh ſandten wir ihm, und noch dazu zu ganz ungewoͤhnlicher Zeit, unſern eigenen Leibarzt, weil wir vernommen hatten, daß ſeine Krankheit gefaͤhrlicher ſey, als wir bisher geglaubt. An keinem Hofe von Europa gibt es einen in dieſer heiligen und

nuͤtzlichen Kunſt geſchicktern Mann, als Doetor Maſters,

und er kam von Uns, von Uns zu unſerem Unterthan. Richts deſto weniger fand er das Thor von Say's Court von bewaffneten Maͤnnern bewacht, als hauſe der Graf an Schottlands Graͤnze, nicht aber in der Naͤhe unſeres Hofes; und als er in unſerm Namen Einlaß begehrte, ward dieſer ihm hartnaͤckig verweigert. Fuͤr dieſe Geringſchaͤtzung unſerer

Gnade, die nur zu große Herablaſſung in ſich trug, wollen wir, wenigſtens fuͤr jetzt, keine Entſchuldigung, und eine ſolche, denken wir, hatte die Botſchaft des Ginfeh zur Abſicht.“

Dieſe Worte wurden in einem Tone und mit einer Ge⸗ berde ausgeſprochen, welche die von Suſſex Freunden, die zugegen waren, zittern machten. Aber der, an den dieſe Rede gerichtet war, zitterte nicht, ſondern erwiederte, ſobald