Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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faſt einen hoͤhern Rang in der Gunſt der Koͤnigin ein, ob⸗ gleich dieſe Fuͤrſtin(denn ſo war ihre Politik) ſolche nie ſo ſehr an den Tag legte, daß er das Uebergewicht ſeines Ne⸗ benbuhlers nicht zu fuͤrchten gehabt haͤtte. Suſſex Krankheit erſchien daher fuͤr Leiceſter ſo gelegen, daß mehrere ſeltſame Vermuthungen daruͤber im Publikum entſtanden, waͤhrend die Anhaͤnger des einen Grafen mit der tiefſten Bekuͤmmer⸗ niß, die ſeines Gegners aber mit den glaͤnzendſten Hoffnun⸗ gen erfuͤllt waren. Unterdeſſen denn zu jener Zeit hielt man es noch fuͤr moͤglich, daß dergleichen Zwiſte zuletzt durch das Schwerdt entſchieden werden koͤnnten erſchienen die Schaaren der beiden Grafen, ſtets wohl bewaßnet ſelbſt in der Naͤhe des Hofes, oft das Ohr der Beherrſcherin, ſelbſt

innerhalb des Bezirks ihres Palaſtes, durchs ihre lauten

Streitigkeiten behelligend. Dieſe vorlaͤuſige Darſtellung war nothwendig, um das Nachſtehende dem Leſer verſtaͤnd⸗ lich zu machen.

Bei Treſſilians Ankunft zu Say's Court fand er den Platz mit Anhaͤngern des Grafen von Suſſer und mit Cava⸗ lieren angefuͤllt, welche herbeigeeilt waren, ihrem Beſchuͤtzer in ſeiner Krankheit ihren Beiſtand anzubieten. Waffen be⸗ fanden ſich in jeder Hand, und ein tiefer Ernſt ſprach aus allen Geſichtern, gleich als ob man einen ploͤtzlichen und heftigen Angriff von Seiten der entgegengeſetzten Parthei er⸗ warte. In dem Vorſaale, in den Treſſilian von einem Die⸗ ner des Grafen gefuͤhrt ward, waͤhrend ein anderer gegangen war, ſeinem Herrn die Ankunft deſſelben zu berichten, fand dieſer nur zwei Cavaliere Wache haltend. Ein auffallender Contraſt fand zwiſchen ihrem Aeußern, ihrer Kleidung und ihrem Benehmen ſtatt. Der Anzug des aͤltern, eines Man⸗ nes dem Anſchein nach von Stande und in den beſten Jah⸗ ren, war einfach und militairiſch, ſein Koͤrperbau war un⸗