Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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ſie ihn fuͤrchten ließ, von einem Andern, eben ſo ſehr Ver⸗ trauten, wenn auch weniger Geliebten, verdraͤngt zu werden, waren die Kuͤnſte, welche ſie gebrauchte, und die ſie, trotz

der Schyaͤche ſolcher Beguͤnſtigungen, in den Stand ſetzten,

dieſe weniger nachtheilig fuͤr ihr Land und ihre Regierung zu machen.

Die beiden Edeln, welche ſich in dieſem Augenblick den Vorrang in ihrer Gunſt ſtreitig machten, beſaßen voͤllig un⸗ gleiche Anſpruͤche darauf; man koͤnnte indeß wohl im Allge⸗ meinen daruͤber ſagen, daß Suſſer von der Koͤnigin geſchaͤtzt wurde, waͤhrend Leiceſter dem Weibe theuer war. Suſſer war im eigentlichen Sinne des Worts ein Kriegsmann, hatte

an Irrland und Schottland große Dienſte geleiſtet, und ſich

vorzuͤglich auch bei jenem Aufruyr im Jahre 1569, der faſt allein durch ſeine militairiſchen Talente gedaͤmpft ward, aus⸗ gezeichnet. Natuͤrlich war er alſo hauptſaͤchlich von ſolchen Leuten umgeben, die auf dem Wege der Waffen ſich aufzu⸗ ſchwingen ſtrebten. Der Graf von Suſſex war uͤberdem von einer aͤlteren und edleren Abkunft, als ſein Nebenbuhler.

In ſeinem Wappen waren die beruͤhmten Zeichen der Fitz

Walter mit denen der NRadeliffs vereint, waͤhrend Leiceſters Schild durch die Entſetzung ſeines Großvaters, jenes herrſch⸗ ſuͤchtigen Miniſters Heinrich VII., befleckt, und kaum durch die ſeines Vaters, des ungluͤcklichen Dudley, Herzogs von Northumberland, deſſen Kopf am 22. Auguſt 1555 unter dem Beil des Henkers ſiel, wieder zu Ehren gebracht worden war. Hinſichtlich der Perſoͤnlichkeit, der Geſichtszuͤge und des An⸗ ſtands uͤberhaupt(furchtbare Waffen unter einer weiblichen Regierung) beſaß Leieeſter aber hinreichende Vorzuͤge, um den militairiſchen Verdienſten, der hohen Abkunft und dem feinen Benehmen des Grafen von Suſſex die Wage zu hal⸗

ten; auch nahm er in den Augen des Hofes, wie des Reichs,