Memoiren aufgezeichnet ſind, das Handbuch jedes Englaͤn⸗ ders von Bildung zu ſeyn verdienen.
2.
6 (Sayys Court ward wie eine belagerte Feſtung bewacht; und ſo ſehr war der Argwohn zu jener Zeit geſtiegen, daß Treſſi⸗ lian und ſeine Begleiter, als ſie ſich dem Wohnſitz des kran⸗ ken Grafen naͤherten, oftmals von Schildwachen, ſowol zu Fuß als zu Pferde, angehalten und ausgefragt wurden. In der That machte auch der hohe Rang, den Suſſer in der Gunſt der Koͤnigin einnahm, ſo wie ſein allgemein bekann⸗ ter und offen an den Tag gelegter Kampf mit ſeinem Neben⸗ buhler, dem Grafen von Leiceſter, ſeinen Geſundheitszuſtand zu einer Sache von allgemeiner Wichtigkeit; denn zu der
eit, von dey wir hier ſprechen, war jedermann zweifelhaft,
ob er oder Leiceſter zuletzt den Oberrang in der Gewogenheit der Monarchin behaupten wuͤrde. 4 „Eliſabeth liebte, wie viele ihres Geſchlechts, Factionen zu beherrſchen, und hielt gerne das Intereſſe entgegengeſetz⸗ ter Partheien in ihrer Wagſchaale, um es ſich vorzubehalten, dorthin den Ausſchlag zu geben, wo es ihr fuͤr das Wohl ihres Reichs, oder auch fuͤr jhren weiblichen Eigenſinn(denn uͤber dieſe Schwaͤche war ſie keinesweges erhaben), am zu⸗ traͤglichſten zu ſeyn ſchien. Ungemeine Feinheit— die Ge⸗ ſchicklichkeit, das Spiel in ihrer Hand zu halten,— jene, ein Intereſſe dem andern entgegen zu ſetzen,— dieſe, den zu zuͤgeln, der ſich der erſte in ihrer Gunſt glaubte, indem
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