dabei einen Anflug von Furcht und Verwirrung, der dem Schmidt nicht entging.„Ihr muͤßt eine andere haben, als dieſe,“ ſagte Wayland ſtreng;„wißt Ihr nicht, daß heilige Dinge auf ungerechter Wage gewogen, ihren Werth ver⸗ lieren?
Der Jude hing den Kopf, hob aber aus einem mit Stahl⸗ ausgelegten Kaͤſtchen eine trefflich gearbeitete Wage heraus, und ſyrach, indem er ſie zum Gebrauch des Kuͤnſtlers ord⸗ nete:—„Gebrauche ich doch dieſe hier zu meinen eigenen
Verſuchen,— wuͤrd' doch ihr Zuͤnglein bewegen ein Haar
vom Bart des Propheten.“ 5
„Gut, gut!“ erwiederte der Kuͤnſtler, und wog ſich nun mit eigener Hand zwei Drachmen des ſchwarzen Pulvers, wel⸗ che er ſehr ſorgfaͤltig einwickelte und in ſeine Taſche zu den uͤbrigen Arzeneimitteln ſteckte. Darauf erkundigte er ſich bei dem Juden nach dem Preiſe; Hoglan aber ſchuͤttelte den Kopf und verbeugte ſich gewaltig tief, indem er dabei ausrief:
„Mein, nichts von Geld, kein Wort davon, wollt Ihr mich kraͤnken?— Schweigt davon, ich bitte Euch.— Wollt aber doch wieder kommen zu beſuchen den armen Juden, wollt eintreten in ſein Laboratorium, wo er verrichtet mit Gottes Huͤlfe, was ihm erlauben die ſchwachen Kraͤfte— Wollt ihn dann fuͤhren mit eurer Weisheit einige Schritte weiter auf dem großen Wege“——
„Nuhig!“ gebot Wayland, ſeinen Finger geheimnißvoll auf den Mund legend,„moͤglich, daß wir uns nmal wie⸗ der begegnen; aber da muͤßt Ihr Euch denn allerdings zuvor noch manche geheime Kenntniſſe zu erwerben ſtreben.“
So ſprechend, erwiederte er die ehrfurchtsvolle Verbeu⸗ gung des Juden mit einem leichten Kopfnicken, und ſchritt
dann wieder das Gaͤßchen hinauf, vor ſeinem Herrn her,
deſſen erſte Bemerkung uͤber die Verhandlung, welcher er ſo


