— 10— eben beigewohnt hatte, die war, daß Wayland dem Juden ſein Pulver gehoͤrig haͤtte bezahlen ſollen.
„Ich ihm bezahlen,“ entgegnete der Kuͤnſtler;„muͤßte mich doch der Boͤſe geplagt haben, wenn ich ihm Geld ge⸗ geben haͤtte!— Nur Euretwegen, Herr! geſchah' es nicht, weil ich nicht wußte, ob es Euch auch gefallen wuͤrde; ſonſt haͤtte der Geizhals noch mit ein Paar Unzen Gold heraus⸗ ruͤcken muͤſſen für eine gleiche Portion Ziegelmehl, welche ich ihm angeſchwatzt haben wuͤrde.“
„Ich rathe dir, ſolche Betruͤgereien nicht zu treiben, ſo lange du in meinem Dienſte biſt,“ ſagte Treſſilian.
„Sagt' ich Euch denn nicht, daß ich ihn auch deßhalb verſchont haͤtte,“ erwiederte Wayland—„Betruͤgerei nennt Ihr das?— Hat das erbaͤrmliche Knochengeſtell doch Geld genug, das ganze Gaͤßchen hier mit Thalern zu pfaſtern,
ohne daß er in ſeiner Eiſenkiſte einen Unterſchied ſpuͤren
wuͤrde,— wollte er denn nicht einen armen Dienſtmann, fuͤr den er mich anfangs hielt, mit dem Zeuge betruͤgen, das keinen Pfennig werth war.— Liſt gegen Liſt, ſagte der Teufel einſt zum Kohlenbrenner;— war ſeine falſche Medi⸗ zin meine aͤchten Kronen werth, wiegt doch wohl mein gutes Ziegelmehl ſein aͤchtes Gold auf.“
„Es mag, wie ich mich gehoͤrt zu haben wohl erinnere,“ verſetzte Treſſilian,„ſo der Gebrauch unter Apothekern und Juden ſeyn, aber merk' es dir, ſolche Taſchenſpielerkuͤnſte, veruͤbt von jemand, der in meinem Dienſte ſteht, treten meiner Ehre zu nahe, und nimmer werde ich ſie erlauben. — Nun aber, hoffe ich, biſt du doch mit deinen Einkaͤufen fertig?“
„Ich bin es, Herr lu entgegnete Wayland;„aus dieſen Mitteln will ich noch heute das aͤchte wahre Gegengift be⸗ reiten, dieſe edle Arznei, die ſo ſelten rein und wirkſam in


