- 215—
Foſters plumpen Worten einigermaßen getröſtete, un⸗ glückliche Gräfin endlich bereit, aufſtehen und ſich anklei⸗ den zu wollen, ſobald ſie das Zimmer verlaſſen haben würden. Varney bat ſie jetzt, auch wegen ihrer Sicher⸗ heit außer Sorgen zu ſeyn, ja verſprach ſogar, ſich ihr nicht nahen zu wollen, weil ihr ſeine Gegenwart unan⸗ genehm ſey. Ihr Gemahl, fügte er hinzu, würde vier und zwanzig Stunden nach ihrer Ankunft auch in Cumnor⸗ Place eintreffen.
Von dieſer Verſicherung, obgleich ſie eben keinen Grund ſah, Vertrauen darin zu ſetzen, doch einigermaßen beruhigt, kleidete ſich die unglückliche Emmy beim Schim⸗
mer der Lampe an, welche Varney und Foſter zurückge⸗
laſſen hatten..
Weinend, zitternd und betend vollzog ſie dieſes Geſchäft,— mit Gefühlen, ſo ganz verſchieden von denen, mit welchen ſie ſonſt ihren reichen Puß anzulegen pflegte. Obgleich bemüht, ihren Anzug ſo langſam als möglich zu vollenden, war ſie doch endlich, von Varney's Ungeduld angetrieben, genöthigt, ſich reiſefertig zu erklären.*
Als ſie aufbrechen wollten, klammerte ſich Emmy bei Varney's Annäherung mit einem ſolchen Ausdrucke von Entſetzen an Foſter an, daß jener ihr mit einem gewaltigen Schwur betheuerte, ſich ihr ſelbſt nicht ein— mal nahen zu wollen.„Wenn Ihr nur den Willen eures Gemahls ruhig erfüllt,“ ſprach er,„ſo ſollt Ihr mich nur ſelten zu ſehen bekommen. Ich werde Euch ungeſtört der Sorge des Führers überlaſſen, den euer guter Geſchmack vorzieht.“ A
„Der Wille meines Gemahls!“ rief die Gräſin, „aber es iſt der Wille Gottes, das ſoll mir genug ſeyn;


