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Treſſilian erzählte die Geſchichte auf großmüthige
Weiſe, ſo viel als möglich Dinge vermeidend, welche Lei⸗ ceſter zum Nachtheil dienen konnten, ſo wie er auch ihren wiederholten Zrveikampf mit Stillſchweigen überging. Es iſt höchſt wahrſcheinlich, daß er dadurch dem Grafen ei⸗ nen wichtigen Dienſt leiſtete; denn hätte die Königin in dieſem Augenblicke ſelbſt auch nur einen Scheingrund gefun⸗ den, Rache an ihm zu nehmen, ohne Gefühle an den Tag zu legen, deren ſie ſich ſchämte, es möchte ihm in der That ſchlimm ergangen ſeyn. Sie ſchwieg einen Au⸗ genblick, als Treſſilian ſeine Rede geendet hatte, dann ſprach ſie: „Wir wollen dieſen Wayland in unſere eigenen Dienſte nehmen, und den klugen Knaben in unſer Seeretariat geben, damit er Rückſichten gegen Briefſchaften lerne. Ihr, Treſſilian, hattet unrecht, uns nicht die Wahrheit zu ſagen, und euer Verſprechen, es nicht zu thun, war unvorſichtig und pflichtwidrig.— Da Ihr aber der un⸗ glücklichen Lady einmal euer Wort gegeben hattet, ſo habt Ihr als Mann und Cavalier gehandelt, und wir achten Euch wegen eures Benehmens in dieſer Sache.— Jetzt, Mylord von Leieeſter, iſt die Reihe an Euch, uns die Wahrheit zu ſagen, ein Geſchäft, welches Euch ſeit kur⸗ zem fremd geworden zu ſeyn ſcheint.“*
Nach und nach erfuhr ſie jetzt, durch wiederholte Fragen, die Geſchichte ſeiner erſten Bekanntſchaft mit, Emmy Robſart— ihrer Vermählung— ſeiner Eiferſucht — der Gründe, welche dieſe herbeigeführt hatten, ſo wie die mehrerer Nebenumſtände. Leiceſters Beichte, ſo konnte man ſein Bekenntniß nennen, mußte ſtückweiſe von ihm herausgeholt werden; dennoch war ſie völlig getreu, außer daß er verſchwieg, wie er in Varney's


