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„Doch nicht mit Befehlen böſen Inhalts, hoffe ich zu Gott,“ unterbrach ihn Treſſilian.
„Nein, nein!“ rief der Graf mit großer Heftig⸗ keit;„Böſes habe ich zwar in meinem Wahnſinne aus⸗ geſprochen, doch ich widerrief es,— widerrief es ſo⸗ gleich, durch einen eiligen Boten.— Sie wird, ſie muß jetzt gerettet ſeyn!“.
„Ja, ſie muß gerettet, und ich von ihrer Rettung überzeugt ſeyn!“ ſagte Treſſilian.„Mein Streit mit Euch iſt geendet, Mylord! aber ein neuer beginnt mit Emmy Robſarts Verführer, der den ſchändlichen Varney zum Mantel ſeiner Schuld gebrauchte.“ 8 a Emmy Robſart's Verführer!“ rief Leiceſter mit donnernder Stimme;„ſprecht, ihr Gemahl!— ihr † irre geleiteter, verblendeter, unwürdiger Gemahl!— Sie iſt eben ſo gewiß Gräfin von Leiceſter, als ich ſelbſt Lord und Graf bin.— Auch Ihr, Sir! könnt für ſie keine Gerechtigkeit verlangen, die ich ihr nicht aus freiem Wil⸗ len zu leiſten bereit wäre.“
Treſſilians natürliche Großmuth, ſchnell alles ver⸗ geſſend, was ihn in dieſer Sache ſelbſt betraf, gedachte nur Emmy'’s Wohlfahrt. Er ſeßte auf keine Weiſe unbe⸗ dingtes Vertrauen in Leiceſters raſche Entſchlüſſe, deſſen Seele ihm in dieſem Augeablicke keiner ruhigen Ueberle⸗ gung fähig ſchien; eben ſo wenig hielt er, trotz der ſo eben ſtatt gehabten Aeußerung Leiceſters, Emmy in Varney's Händen ſicher.„Mylord!“ ſagte er daher ruhig,„ich bin weit davon entfernt, Euch beleidigen zu wollen, noch Streit zu ſuchen, aber meine Pflicht gegen Sir Hugh Robſart gebietet mir, dieſe Sache auf der Stelle der Kö⸗ nigin zu berichten, auf daß der Rang der Gräfin öffent⸗ lich anerkannt werde.“


