Teil eines Werkes 
3. Band (1823)
Entstehung
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ſte nicht unter Varneys Aufſicht oder Gewalt zu ſtellen..

Endlich entſiel das Schreiben Leiceſters Händen.

„Nimm mein Schwerdt, Treſſilian,“ ſprach er, „und durchbohre mein Herz, wie ich das deinige vor einem Augenblicke zu durchſtoßen im Begriff ſtand.“ 4

„Ihr habt mir großes Unrecht gethan, Mylord!“ erwiederte Treſſilian;„aber etwas in meinem Innern flüſtert mir zu, daß ein ſeltſamer Irrthum Euch dazu veranlaſſen müſſe.“

„Irrthum in der That,“ entgegnete Leiceſter, indem er Treſſilian den Brief überreichte.„Ich bin wahnſinnig genug geweſen, einen Mann von Ehre für einen Schur⸗ ken, und das tugendhafteſte Geſchöpf für eine Verbreche⸗ rin zu halten.— Wie, elender Bube! kommſt Du jetzt zu dem Briefe, und warum zögerte der Bote?“

„Ich wage es nicht zu ſagen, Mylord!“ entgegnete Dickie, ſich etwas zurückziehend, ſo, als wolle er ſich außer dem Bereich des Grafen halten,„hier aber kommt der,

der ihn überbringen ſollte“ Wayland trat in dieſem Augenblicke aus dem Gebüſch,

und erzählte, von Leiceſter befragt, in der Kürze alle Um⸗ ſtände ſeiner Flucht mit Emmy,— das ſchändliche Verfah⸗ ren, welches ſie dazu nöthigte, und ihre ängſtliche Sorge, ſich in den Schutz ihres Gemahls zu begeben,— wobei er jene Diener bezeichnete, welche ihr eifriges Verlangen, gleich nach ihrer Ankunft zu Mylord von Leiceſter geführt zu werden, bezeugen könnten. 3 „Ueber die Schurken!“ rief Leiceſter,„und über den Schurken aller Schurken, Varney!— und jetzt eben iſt ſie wieder in ſeiner Gewalt!“ 3