— 1839—
ſeines Schwerdtes aber zur Erde geſenkt, ſchien er die Gegenwart eines Gegners zu vergeſſen, gegen den er ſich ſo unbarmherzig gezeigt hatte, und der jetzt ſeinen Vortheil geltend machen konnte. Für ſolche Rache aber war Treſſi⸗ lian zu hoch geſinnt,— er ſtand voll Erſtaunen da, den Ausgang dieſes ſeltſam leidenſchaftlichen Benehmens er⸗ wartend, ſeine Waffe aber bereit haltend, um ſich, falls es nöthig ſeyn ſollte, gegen einen etwaigen wiederholten Angriff Leiceſters zu vertheidigen, den er jetzt wieder von einem neuen Anfall von Wahnſinn ergriffen glaubte. Zwar hatte er in dem Knaben auf den erſten Blick ſeinen alten Bekannten Dickie wieder erkannt, deſſen Geſicht, einmal geſehen, ſchwerlich vergeſſen werden konnte; aber wie er grade in einem ſo kritiſchen entſcheidenden Augenblicke hieher kam, und zumal, wie ſeine Erſcheinung einen ſolchen Eindruck auf Leiceſter machen konnte, waren Räth⸗ ſel, welche er nicht zu löſen vermochte.
Aber der Brief war an ſich mächtig genug, noch wun⸗ dervollere Dinge hervorzubringen. Es war das Schreiben, welches die unglückliche Gräfin an ihren Gemahl richtete, und in welchem ſie die Gründe und die Art und Weiſe ihrer Flucht von Cumnor⸗Place angegeben hatte, ſo wie ſie auch berichtete, daß ſie in Kenilworth eingetroffen ſey, um ſich unter ſeinen Schutz zu begeben, wobei ſie der Um⸗ ſtände erwähnte, welche ſie genöthig hatten, in jenem Zimmer im Mervyns⸗Thurme Zuflucht zu ſuchen, und ihn auf's dringendſte bat, ihr doch augenblicklich einen paſſenderen Aufenthaltsort anzuzeigen. Der Brief ſchloß mit den Verſicherungen der zärtlichſten Liebe, ſo wie ihrer Bereitwilligkeit, ſich in allen Dingen ſeinem Willen zu
unterwerfen, zumal, was ihre Lage, ſo wie ihren künfti⸗
gen Aufenthaltsort beträfe, wobei ſie ihn nur beſchwor,


