Teil eines Werkes 
3. Band (1823)
Entstehung
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und Stärke zu gut kennen gelernt, um heute nicht vor⸗ ſichtiger, als geſtern, zu fechten, und um nicht eine ſichere Rache einer ſchnellen vorzuziehen. So fochten ſie einige Minuten mit gleichem Vortheil, bis ein wüthender Streich Treſſilians, den Leiceſter mit Erfolg parirte, je⸗ nen in Nachtheil brachte, ſo, daß es dem Grafen gelang, ihm die Waffe zu entwinden, und ihn zu Boden zu werfen. Mit einem grimmigen Lächeln hielt Leiceſter jetzt die Spitze ſeines Schwerdtes zwei Zoll hoch über die Gurgel ſeines Gegners, und indem er zu gleicher Zeit ſeinen Fuß auf deſſen Bruſt ſtemmte, gebot er ihm, ſein Verbrechen gegen ihn zu bekennen, und ſich zum Tode vorzubereiten. 1

„Ich habe kein Verbrechen gegen Euch zu geſtehen,“ antwortete Treſſilian,„und bin beſſer zum Tode vorbe⸗ reitet, als Ihr. Benutzt euren Vortheil, wie es Euch gut dünkt, Gott mag es Euch vergeben, ich gab Euch keinen Anlaß.“ 3

„Keinen Anlaß!“ rief der Graf;„aber warum mit ſolchem Schandbuben noch Worte wechſeln?— Stirb, ein Lügner, wie Du gelebt!“

Schon hatte er, um ihm den tödtlichen Streich zu verſetzen, ſeinen Arm zurückgezogen, als er dieſen plötzlich von hinten feſtgehalten fühlte.

Zornig wandte ſich der Graf, um das unerwartete Hinberniß zu beſeitigen, war aber nicht wenig überraſcht, als er einen Knaben von einem ſeltſamen Aeußern erblickte, welcher ſeinen Arm ſo feſt umklammert hielt, daß er ihn nicht ohne eine gewaltſame Bewegung abzuſchürteln ver⸗ mochte, die Treſſilian benutzte, um vom Boden aufzu⸗ ſpringen, und ſein Schwerdt zu ergreifen. Leiceſter wandte ſich wieder gegen ihn, wie zuvor, mit Blicken voll Wild⸗