„So will ich denn ohne Vorrede ſprechen, Mylord!“ entgegnete Treſſilian,„hoffend, weil das, was ich zu ſagen habe, Ew. Herrlichkeit Ehre betrifft, Ihr die Zeit nicht für verſchwendet halten werdet, in welcher Ihr mir Gehör gabt. Ich habe eine Bitte an Euch, My⸗ lord! in Betreff der unglücklichen Emmy Robſart, deren Geſchichte Euch nur zu wohl bekannt iſt. Ich bereue unendlich, daß ich nicht gleich dieſen Weg einſchlug, und Euch zum Richter zwiſchen mir und dem Elenden machte, der ſie ins Verderben ſtürzte. Sie entfloh einer gefahr⸗ vollen und geſetzloſen Gefangenſchaft, vertrauend auf ihre perſönliche Erſcheinung vor ihrem unwürdigen Ge⸗ mahl, und drang mir ein Verſprechen ab, mich nicht in ihre Angelegenheit miſchen zu wollen, bis ſie ſelbſt einen Verſuch gemacht haben würde, von ihm Gerechtig⸗ keit zu erlangen.“
„Ha!“ rief Leiceſter,„vergeßt Ihr, mit wem Ihr ſprecht?“
„Ich ſpreche von ihrem unwürdigen Gemahl, My⸗ lord!“ ſagte Treſſilian,„und ſelbſt meine Achtung vor Euch kann keine mildere Sprache zulaſſen. Der jetzige Aufenthalt des unglücklichen jungen Weibes iſt mir un⸗ bekannt; ſie wird in irgend einem Winkel dieſes Schloſ⸗ ſes verborgen gehalten,— wenn man ſie nicht etwa nach einem für ſchändliche Abſichten beſſer geeigneten Orte bringt.— Hier muß eine Aenderung Statt finden, Mylord! — ich ſpreche es im Namen und mit der Autorität ihres Va⸗ ters,— und dieſe ungluͤckliche, Heirath muß vor der Kö⸗ nigin, muß öffentlich dargethan und bewieſen, und die Lady freie Herrin ihrer Handlungen werden. Erlaubt mir, Euch zu bemerken, daß keines Menſchen Ehre ſo ſehr daran


