Teil eines Werkes 
3. Band (1823)
Entstehung
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Bei dieſer Gelegenheit, ſo wie bei noch mehreren anderen an dieſem Abend, wandte ſich Raleigh mit ſei⸗ nen Bemerkungen an Treſſilian, und ward von den ſelt⸗ ſamen ungenügenden Antworten, welche er empfing, ſo ſehr in Erſtaunen geſetzt, daß, zumal wenn er gedachte, wie Treſſilian ſein Zimmer auf ſo unerklärbare Weiſe verlaſſen habe, und ſich in einem Augenblicke völlig un⸗ geputzt zeige, wo ſolche Nachläſſigkeit als eine Beleidi⸗ gung der Königin angeſehen ward, bei ihm der Gedanke rege ward, ob nicht ſein Freund an einer momentanen Geiſteszerrüttung leide.

Unterdeſſen hatte das Roß der Königin kaum die Brücke betreten, als ſich ein neues Schauſpiel ihren Augen darbot. Sobald die Muſik das Zeichen gab, daß ſie ſo weit vorgerückt fey, erſchien auf dem See ein Floß, einer kleinen ſchwimmenden Inſel gleichend, hell von zahlreichen in mannichfachen Farben lodernden Wachs⸗ fackeln erleuchtet, und von ſchwimmenden Figuren in Ge⸗ ſtalt von Seepferden umringt, auf denen man Tritonen, Nereiden und andere fabelhafte Meer⸗ und Flußgötter erblickte.

Auf der Inſel gewahrte man ein ſchönes weibliches Weſen, in einem lichtblauen ſeidenen Gewande, das von einem breiten, mit Charakteren bezeichneten Gürtel zuſam⸗ men gehalten wurde. Füße und Arme waren unbedeckt, doch die Knöchel und Handgelenke mit breiten goldenen Ringen von ungewöhnkicher Größe geſchmückt. Durch ihr langes, ſchwarzes, ſeidenes Haar war ein Kranz gewun⸗ den, und in ihrer Hand hielt ſie einen Stab von Ebenholz mit ſilbernen Punkten. Zwei Nymphen bedienten ſie, eben ſo myſtiſch und antik gekleidet, als ihre Gebieterin⸗