Wollt Ihr zurück, wollt' draußen bleiben, Falls Ench der Keule Schlag nicht gefällt.
Doch wie!— welch' göttliche Erſcheinung zeigt Sich meinen Blicken! Himmel, welch ein Glanz! Schön, wie die Sonne, wenn ſie aufwärts ſteigt, Sanft, wie der Mond des Nachts im Sternenkranz.— Mein Amt iſt aus, ich leg' die Schlüſſel nieder, Die Keule auch, und beuge meine Knie. Ertöne Freude, ſchallet Jubellieder!
Solch' hohe Wonne ſah' dieß Schloß noch nie.“
Eliſabeth nahm die Ehrfurchtsbezeugung des hereu⸗
liſchen Wächters huldreich auf, neigte ihr Haupt gegen ihn, und ritt durch den Thurm, von deſſen Höhe herab eine kriegeriſche Muſik erſcholl, welche von andern, an verſchiedenen Orten, ſowohl auf der Mauer als im Park, aufgeſtellten Muſikchören beantwortet wurde, von denen
einer immer die in der Luft fortzitternden Töne des an⸗
dern auffaßte, und zu einer Harmonie mit ſeinen ei⸗ genen Melodien verband.
Unter ſolchen Zaubertönen, welche bald fern, bald nah, bald laut, bald leiſe, bald im Zuſammenklange, bald in einzelnen Abtheilungen ſinnerfreuend Eliſabeth's Ohr erreichten, zog die Monarchin durch den Gallerie⸗ Thurm, und erreichte die Brücke, welche von dieſem zu dem Mortinſers⸗Thurm führte, auf der zahlreiche, zu beiden Seiten an den Palliſaden befeſtigte, hellleuch⸗ tende Wachsfackeln eine Tageshelle verbreiteten. Viele der Hofcavaliere ſaßen hier ab, und ſandten durch ihre Diener ihre Pferde auf das nächſte Dorf, indem ſie ge⸗ meinſchaftlich mit den Cavalieren, welche vor dem Gal⸗ lerie⸗Thurme zu Eliſabeths Empfang bereit geſtanden hatten, dem Zuge der Käönigin zu Fußhi folgten.


