Teil eines Werkes 
3. Band (1823)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

365—

gegnete Wayland, einen Muth erkünſtelnd, den das Zit⸗ tern in ſeiner Stimme Lügen ſtrafte.

„Iſt's ſo gemeint,“ ſagte Lambourne;„komm doch einmal heraus, Lawrence!“

Ein vierſchrötiger Kerl, von furchtbarem Aeußeren, über fechs Fuß hoch, trat in die Thür, und Michael fuͤhr fort:„Haſt Du dieſen Thurm wirklich ſo lieb, Burſche?— Du ſollſt ihn bis auf den Grund ſehen; zwölf Fuß unter der Oberfläche des Sees, Kröten und Schlangen tanzen dort luſtig herum, eine ſchöne Geſell⸗ ſchaft, was meinſt Du? Daher frage ich Dich noch ein⸗ mal in allem Ernſte, wer biſt Du, und was ſuchſt Du hier?“.

Klappt erſt die Kerkerthür hinter mir zu, bin ich ein verlorner Mann, dachte Wayland, und erwiederte daher mit Unterwürfigkeit,„daß er einer jener armen Gaukler ſey, an denen der geſtrenge Herr geſtern im Thale vorübergeritten wäre.“

„Und was für einen Gauklerſtreich haſt Du hier im Thurme vor?“ fragte Lambourne,„deine Bande liegt drüben im Clintons Gebäude.“

„Ich kam, um meine Schweſter zu ſehen,“ erwie⸗ derte der Gaukler,„ſie iſt oben in Herrn Treſſilians

Zimmer.“

„So,“ ſo, ſagte Lambourne lachend;„ja, ja, der Herr Treſſilian macht ſich's hier bei uns beguem, und verſorgt ſein Gemach mit allerhand nützlichem Geräth.— Ein Heiliger, ſeltſamer Art, hols der Teufel! eine herr⸗ liche Geſchichte, gewiſſen Leuten aber ſo willkommen, als mir eine volle Goldbörſe.— Du aber, Burſche,

ſollſt ihr keinen Wink geben, ſich davon zu machen,—

wir wollen den Vogel in ſeinem Käfig fangen. Fort C*