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eine halb verrückte Lady und ihren ſchwermüthigen Lieb⸗ haber, der, weil ein viereckigtes Stück Papier verlo⸗ ren ging, gleich zum Dolche greifen will, und Tod und Hölle ſchwört!— Dann iſt auch noch der Doctor und Varney;— rathſam iſt es, ſich der ganzen Geſchichte auf einmal zu entziehen.— Leben iſt mehr werth, als Gold.— Gleich jetzt will ich mich aus dem Staube machen, obſchon mein Lohn zurück bleibt⸗“
Dieſe Betrachtungen drängten ſich ganz natürlich der Seele Waylands auf, welcher ſich weit tiefer, als er erwartet hatte, in ein Gewebe geheimnißvoller und gefährlicher Intriguen verwickelt fand; und doch ward, um ihm Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen, ſeine Furcht durch ſein Mitleid für die unglückliche Lady gewiſſerma⸗ ßen aufgewogen.
„Ich kümmere mich den Henker um Treſſilian,“ ſagte er;„habe ich doch das Meinige für ihn gethan, und ſein Schätzchen in ſeine Nähe gebracht, ſo, daß er nun ſelbſt ein Auge auf ſie haben kann; aber das arme Ding thut mir leid, fürcht' ich doch, ſee ſchwebt in gro⸗ ßer Gefahr unter allen dieſen wilden Gemüthern. Ich will hin auf ihr Zimmer, und ihr die Geſchichte mit dem Briefe erzählen, damit ſie einen andern ſchreiben kann, falls ſie Luſt dazu hat. Ein Bote, den Brief an Mylord zu überbringen, wird ihr nicht fehlen, hier, wo es ſo viele Lakayen giebt.— Auch daß ich das Schloß verlaſſe, will ich ihr ſagen, und ſie dann Gottes und Herrn Treſ⸗ ſilians Schutz überlaſſen.— Vielleicht erinnert ſie ſich des Ringes, den ſie mir anbot,— er wäre wohl ver⸗ dient, meine ich. Aber wenn auch nicht, gleichviel!— ſie iſt ein gar liebes Geſchöpf;— und wenn ich wegen meines guten Willens für ſie in dieſer Welt zu Scha⸗
Kenilworth. 3ter Bd. C


