Teil eines Werkes 
3. Band (1823)
Entstehung
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nur zu abhängig von Varney gemacht hatte? Das Glück ihres künftigen Lebens ſchien darauf zu beru⸗ hen, daß die Sache durch ihn nicht aufs Aeußerſte ge⸗ trieben ward; und da nun einmal Treſſilian nicht im Stande war, ſie Varney's Händen zu entreißen, wel⸗ ches Recht hatte er, wenn dieſer wirklich entſchloſſen war, Emmy als ſein rechtmäßiges Weib anzuerkennen, den häuslichen Frieden, den ſich Emmy noch immer von dieſer Verbindung zu verſprechen ſchien, zu ſtören? Treſ⸗ ſilian beſchloß daher, ſein gegebenes Ehrenwort treu zu halten, einmal, weil er es gegeben hatte, und dann, weil er, wie er auch ſeine letzte Unterredung mit Emmy überdachte, überzeugt war, daß er es ihr gerechterweiſe nicht hätte verweigern können.

In einer Rückſicht hatte er viel für die Sicherheit der noch immer Geliebten gewonnen. Emmy war nicht länger in einem fernen, verborgenen, durch Menſchen von zweifelhaftem Rufe bewachten Orte eingeſchloſſen. Sie befand ſich in dem Schloſſe Kenilworth, für dieſen Augenblick die Reſidenz der Königin, und war demnach vor jeder Gewaltthätigkeit geſchützt, und zur Hand, vor⸗ geſtellt zu werden, ſo bald die Monarchin es verlangen ſollte; Umſtände, welche nicht wenig dazu beitragen konn⸗ ten, ſeine etwaigen Bemühungen ihretwegen zu unter⸗ ſtützen.

Während er ſo die Vortheile unh Nachtheil e gegen einander abwog, welche ihre unerwartete Ankunft zu Kenilworth zur Folge haben könnte, ward er ängſtlich und eilig von Wayland angerufen, der ihm nach dem lauten Ausrufe:„Gott ſey Dank, daß ich Euch endlich gefunden!“— ins Ohr flüſterte, daß die Lady von Cumnor entflohen ſey.