— 26—
Vertrauen in mich ſetzen kannſt? Verſprichſt Du mir als Mann von Ehre, Dich während dieſer Zeit nicht in meine Angelegenheiten zu miſchen, weder durch Wort noch That, was Du auch ſehen oder hören magſt, das dein Dazwiſchentreten dem Anſcheine nach fordern könnte?“—.
„Ich verſpreche es Dir bei meiner Ehre!“ ſagte Treſſilian,„wenn aber dieſe Zeit verſtriche“——
„Dann,“ unterbrach ihn die Gräfin,„ſollt Ihr frei nach Eurer Ueberzeugung handeln können.“
„Kann ich ſonſt nichts für Euch thun, Emmy?“
fragte Treſſilian.
„Nichts!“ erwiederte Emmy,„als mich verlaſſen, falls Ihr nämlich,— wie ich denn erröthend meine Hülfloſigkeit eingeſtehen muß— mir dieß Zimmer hier für die nächſten vier und zwanzig Stunden abtreten könnt.“
„Seltfam,“ ſagte Treſſtlian,„welche Hoffnungen könnt Ihr in einem Schloſſe hegen, wo Ihr ſelbſt nicht einmal über ein Gemach zu gebieten habt?“
„Fragt nicht,“ ſprach die Gräfin, und als ſich Treſ⸗ ſilian langſam und faſt unwillig zurückzog, fügte ſie hinzu:„Großmüthiger Edmund, die Zeit wird kommen, wo Emmy Dir wird beweiſen können, daß ſie deinen Edelmuth verdiente.“
3.
. Treſſilian war in ſeltſamer Gemüthsbewegung auf der
Wendeltreppe kaum einige Stufen hinabgeſtiegen, als er zu ſeinem Erſtaunen und großem Mißvergnügen Mi⸗


