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„Varney's Weib!“ rief Emmy mit dem Ausdruck höchſter Verachtung,„mit welchem entehrenden Namen wagt Ihr, mich zu bezeichnen, mich, die— die—“
Sie zögerte, blickte vor ſich nieder, ſchien verwirrt, und ſchwieg; den ſie bedachte, welche böſe Folgen es ha⸗ ben könnte, wenn ſie ihre Rede mit den Worten„mich, die Gemahlin Leiceſters,“ endigen würde. Es hieße das, ihr von ihrem Gemahl, als eine Sache, auf deren Ge⸗ heimhaltung ſein Wohl und Weh beruhe, anvertrauete Geheimniß, Treſſilian, Suſſer, der Königin und dem ganzen verſammelten Hofe verrathen.„Nie,“ dachte ſie, „will ich das Schweigen brechen, das ich gelobte; lieber will ich mich dem entehrendſten Verdachte preis geben.“
Thränen trübten den Glanz ihrer Augen, als ſie ſo ſchweigend vor Treſſilian ſtand, welcher, mit Kummer und Mitleid auf ſie blickend, zu ihr ſprach:„Ach Em⸗ my, Eure Augen widerſprechen Eurer Zunge. Dieſe erwähnt eines Beſchützers, bereit und mächtig genug über Euch zu wachen, während jene verkünden, daß Ihr von dem Schurken, dem Ihr Euch hingabt, zu Grunde gerichtet ſeyd.“
Sie blickte auf ihn mit Augen, in welchen Zorn durch die Thränen blitzte, die ſie füllten, und wiederholte das von Treſſilian ausgeſprochene Wort„ Schurke mit einem Ausdruck voll Verachtung.
„So ſprach ich,“ ſagte Treſſilian;„wäre es nicht, wie kämt Ihr hieher; und wie fände ich Euch hier und
allein in meinem Zimmer?— Warum wurden nicht für Euch Anſtalten zu einer ehrenvollen Aufnahme getroffen? 4
„In Eurem Zimmer?“ wiederholte Emmy,„dieß Euer Zimmer?— Es ſoll ſogleich von meiner Gegen⸗ wart befreiet werden.“ Sie eilte zur Thür. Die trau⸗
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