aanſah. Als nun aber ein Paar Tage darauf
die Nachbarin am Hauſe vorüber kam und in
aller Eile berichtete, wie es mit dem kranken fremden Herrn anfangs recht ſchlimm ergangen,
ſo daß man ſchon im Begriff geweſen ſey, den
Sarg für ihn zu beſtellen, wie es ſich dann aber plötzlich, nachdem man die von ihm ſelbſt gege⸗ benen Vorſchriften befolgt, mit ihm gebeſſert habe, und an ſeiner Wiederherſtellung jetzt faſt nicht mehr zu zweifeln ſey; da ſprang Eliſabeth jubelnd zu ihrem Schranke, nahm die goldenen Ohrringe heraus, und reichte ſie verſprochener⸗ maßen der Alten hin. Dieſe aber wollte ſie
durchaus nicht nehmen, ſondern entgegnete daß
der fremde Herr ſie ſchon überreichlich belohnt habe, und daß er überdem ſo gut und freundlich ſey, daß man ihm gerne umſonſt dienen möchte. Mit Thränen in den vor Freude ſtrahlenden Augen drückte Eliſabeth dennoch die Ohrgehänge der Frau in die Hand, und dankte dann ſo recht innig dem Ewigen, daß ſie der Eingebung ihres Herzens gefolgt ſey.
Ihre Freude ſollte indeß bald wieder getrübt werden. Seit einigen Tagen hatte ſie nichts,


