gepräge aufgedrückt hatte. Ihre hohe ſchlanke Geſtalt hatte eine würdevolle Haltung und ſie beſaß dabei einen Anſtand, welcher doppelt auffal⸗ lend war, da ihre ganze Umgebung ſich auch nicht eines Anklanges davon rühmen konnte; ihre re⸗ gelmäßigen Züge hatten einen ſchönen edlen Ause⸗ druck; und in ihrer höchſt einfachen Kleidung be. urkundete ſich ihr guter Geſchmack. Gegen Ende des Jahrs 1660 aber begann zu Brügge ein bösartiges Fieber um ſich zu grei⸗ fen, welches ſich bald ſo ſehr ausbreitete, daß es ſchien, als wolle der Todesengel die ganze Stadt hinweg raffen. Schrecken und Entſetzen wurden allgemein und Einer wagte es kaum noch mit dem Andern auf der Straße zu ſprechen. Da verbreitete ſich plötzlich das Gerücht, daß ein junger Arzt, welcher, auf ſeiner Reiſe nach Frank⸗ reich, nach Brügge gekommen war, einem von einem alten, erfahrenen, einheimiſchen Arzte ſchon aufgegebenen Familienvater das Leben ge⸗ rettet habe. Dieſes machte den Fremden unſe⸗ rer Eliſabeth begreiflicher Weiſe ſchon intereſe ſant, noch mehr aber that es der Umſtand, daß er ein Däne und folglich ein Landsmann der
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