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Das Ideal
Entstehung
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überlaſſen. Im Sommer war dann der kleine Garten ihrer Baſe der Schauplatz ihrer kindi⸗ ſchen Spiele, ſo wie ſpäterhin der ihrer Träume und Betrachtungen. Wenn ſie dort am Abend an den Blumenbeeten vorüberwandelte, und der laue Weſt die hohen Lilien bewegte, ſo daß ſie ſich zu ihr hinneigten, dann gedachte ſie der rei⸗ zenden Gräfin Eleonore, wie ſie mit leichtem Schritt dem prachtvollen Wagen entſtiegen, nach allen Seiten hin mit unbeſchreibbarer Holdſe⸗ ligkeit gegrüßt hatte.

Im Winter dagegen ſtand ihr die Bücher⸗ ſammlung ihres verſtorbenen Oheims offen, wo denn einige hiſtoriſche Werke, die ſie unter den vielen theologiſchen Schriften fand, ihr Unterhal⸗ tung gewährten.

So ſchwanden unſerer Eliſabeth eilf Jahre in einer ſolchen Einförmigkeit dahin, daß ſich während dieſer Zeit faſt kein Tag vor dem an⸗ dern auszeichnete. Sie war nunmehr zur ſieb⸗ zehnjährigen Jungfrau herangeblüht und noch eben ſo ſchön, als ſie als Kind geweſen. Es ſchien als ob das Ideal, welches ihr raſtlos vor⸗ geſchwebt, ihrem ganzen Weſen ſein Ähnlichkeits⸗