— 222— danken an ein ſolches Bündniß, Signora! ich
bin jetzt neun und ſechzig Jahre alt geworden,
die Rechtlichkeit war ſtets mein Compaß. Nie in meinem Leben belaſtete ich mein Gewiſſen mit Falſchheit und Verrath. Ich würde eher tauſendfachen Tod erleiden, als mich von den Grundſätzen der Ehre und Tugend entfernen. Ich habe faſt alle Meere durchſchifft, habe faſt mit allen Nationen Europa's gefochten, aber mich niinnſermehr einer Hinterliſt ſchuldig ge⸗ macht.— In Holland iſt der Dolch eine un⸗ bekaunte Waffe„ die Ehre gab unſern Vorfah⸗ ren das Schwert und die Muskette in die Hän⸗ de, der Meuchelmörder nur braucht das Sti⸗ lett, ein Krieger wie ich, darf ſich beſſelbon nicht bedienen.“
„Iſt das Euer feſter, Euer letzter Ent⸗ ſchluß?⸗ fragte Cuenna.
„Er iſt es,“ antwortete Ruyter, und was Euch betrifft, Signora, ſo folgt meinem Rathe, und gebt Euern Anſchlag auf! Er macht mich ſchoudern, mich, der ich im Kriege und unter Gefahren ergrauete. Wie konnte ein ſolcher Höllenplan in der Bruſt eines Weibes rifen? Beſinnt Euch eines Beſſern, Ihr ſcheint
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