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Erzählungen, Mährchen, Sagen und Schwänke / von Georg Lotz
Entstehung
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ches durch einen ledernen Guͤrtel zuſammengehalten wurde, trugen dennoch die Geſtalt und die Geſichts⸗ zuͤge des Unbekannten ſo ſehr das Gepraͤge eines kraͤf⸗ tig niedergekaͤmpften Grams, einer maͤnnlichen Re⸗ ſignation, daß derſelbe trotz ſeines aͤrmlichen Aeuße⸗ ren, dennoch einen wuͤrdevollen hoͤchſt intereſſanten Anblick darbot, deſſen Eindruck dadurch noch erhoͤht wurde, daß der Greis an ſo heiliger Staͤtte ſaß, und daß die letzten Strahlen der untergehenden Sonne durch das hohe Fenſter herein uͤber das ſchneeweiße Haupt des Unbekannten, uͤber ſeine thraͤnenfeuchte Wange und uͤber ſeine ſtarren Augen ihren Purpur⸗ ſchein ergoſſen.

Die ehrwuͤrdige Geſtalt des alten Mannes aber war es nicht allein, was Eduards Aufmerkſamkeit in Anſpruch nahm, neben dem ergrauten Harfner ſtand, einen lieblichen Contraſt zu demſelben bildend, ein Knabe, dem Anſchein nach von ungefaͤhr vierzehn* Jahren, deſſen ſanfte Geſichtszuͤge ſo unwiderlegbar ein einfaches und reines Herz verbuͤrgten, daß der,. welcher den Knaben ſah, ihm ſchon beim erſten An⸗ 9 blick ſeine ganze Theilnahme ſchenken mußte. Sein dunkelblaues Auge ruhte mit einer, in ſeinen Jahren ungewoͤhnlichen ſinnenden Zaͤrtlichkeit auf dem von der Hand der Zeit gefurchten, ausdrucksvollen Antlitz ſeines ehrwuͤrdigen Gefahrten; und als nun der

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