nem einfachen groben blauen Gewande bekleidet, wel⸗
zu; da aber in dieſem Augenblick die Toͤne neuer⸗ dings erklangen, entſchloß er ſich, das Spiel deſſen, welcher ſie den Saiten entlockte, nicht ſo ploͤtzlich zu unterbrechen, ſondern ſich durch einen Umweg in das Kloſter zu begeben. So wie er nun aber naͤher und naͤher kam, und endlich den mit Gras bewachſenen Fußboden der Kirche betrat, ward ſein Staunen noch mehr erregt durch den Klang einer ungemein
ſanften und ſchoͤnen Stimme, welche zu den Harfen⸗
lauten liebliche Verſe ſang. Eduards Neugierde war jetzt aufs hoͤchſte geſtiegen, von der hereinbrechenden Daͤmmerung beguͤnſtigt, trat er unbemerkt hinter ei⸗ nen Pfeiler, von wo aus er die ganze Kirche frei
uͤberſehen konnte.
So ſehr aber auch ſeine Phantaſie durch das was er gehoͤrt hatte, ſchon angeregt war, das was er jetzt gewahrte, war noch weit mehr geeignet, ſie lebhaft zu beſchaͤftigen. Auf einer Truͤmmer des ver⸗ fallenen Chors, gerade da, wo die irdiſchen Ueber⸗
reſte des frommen Stifters dieſes Kloſters ruhten,
ſaß ein Greis, deſſen Geſtalt einen trefflichen Gegen⸗ ſtand des Studiums fuͤr den Pinſel eines Rembrandt
dargeboten haben wuͤrde.
Obgleich des Augenlichts beraubt und von der Laſt der Jahre etwas niedergebeugt; obgleich nur mit ei⸗
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