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menſchenleer. Sie trat herein und gewahrte die Gefangene, die man mit den Uebrigen zum Tode zu fuͤhren in der Eile uͤberſehn hatte, auf ihrem Strohlager ausgeſtreckt, in Thraͤnen ſchwimmend. Ein Gefuͤhl von Menſch⸗ lcchkeit regte ſich bei dem Krieger, er naͤherte ſich ihr, hob ſie ſanft empor und fragte: „weshalb wurdet Ihr nicht mit den Uebrigen hinaus gelaffen?⸗⸗ „Ich weiß es nicht,“ war die Ant⸗ wort. „Habt ihr keinen Freund in Nantes?“ „Keinen— keinen,“ erwiderte das arme Naͤdchen. „Auch keinen Bekannten unter den Repu⸗
„ Ich kannte nur einen— der eine aber iſt todt,“ ſprach Pauline.
„Wie war ſein Name?“
„La Coste.“
„Wo ſtarb er?⸗
„Er fand den Tod in der Vendee.“


