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„Habt Ihr kein Andenken von ihm, das ſeine Freunde zu erkennen vermoͤchten?“⸗
„Dies ſeidene Tuch“ entgegnete die Ver⸗ laſſene, indem ſie es von ihrem Haupte loͤſ'te und es dem Soldaten uͤberreichte.
„Habt Ihr ſonſt nichts von ihm?“ fragte der Krieger weiter.
„Ein Blaͤttchen noch mit ſeiner Hand⸗ ſchrift,“ verſetzte Pauline, und ſo ſprechend zog ſie das Papier hervor, welches noch auf ihrer Bruſt ruhte. Der Soldat nahm das Blatt, ſchlug es von einander und begann del Inhalt zu muſtern;„leſt laut— laut,“ rie Pauline, ihre ungluͤckliche Lage voͤllig uͤber die Hoffnung vergeſſend, jetzt etwas von ihrem Geliebten zu erfahren, und ſchon machte die Schildwache Anſtalt ihrem Wunſche zu will⸗— fahren, als ſie ploͤtzlich nahende Schrite— 5 nahmen, und gleich darauf der Gefang
ter von einigen Soldaten gefolgt in der ker trat. Unter furchtbaren Fluͤchen digte er die Schildwache, Pauline abſichtlich


