—-——
— 319—
noch auf dem Tiſche, das Gebet, welches ihr Michalina zuletzt vorgeleſen hatte, war noch aufgeſchlagen. Ich ſteckte es zu mir als ein heiliges Unterpfand frommen Glaubens.
Weinend kniete ich auf der Stelle wo Wan⸗
da's reine Seele den letzten Seufzer ausge⸗ haucht hatte!— Michalina fuͤhrte mich zu ihrem Vater zuruͤck— er ſchien zu ſchla⸗ fen: leiſe beugte ich mich uͤber ihn— er war todt!— Seine Tochter druͤckte ihm unter ſtillen Thraͤnen die Hand und kniete in leiſem Gebete an ſeiner Leiche.—„Komm
nun mit mir, arme Verlaſſene, rief ich ihr
zu,„wir wollen von Ihr uns unterhal⸗ ten, du ſollſt mich lehren Ihrer wuͤrdig zu werden, kehre mit mir in's Vaterland zu⸗
ruͤck.—„Was ſoll ich dort? fragte ſie mit ſchmerzlichem Laͤcheln. Mit meinem Fraͤu⸗
lein aufgewachſen, kannte und liebte ich nur ſie und meinen Vater; wo dieſe ſind, iſt
meine Welt und mein Vaterland; ich bleibe hier bei ihren Graͤbern. Meiner jungen Herrſchaft Guͤte hat mich in einen from⸗
men Orden eingekauft und mir noch außer⸗ X 2
—


