302—
meine Mutter, woher der furchtbare Haß
gegen dieſes ſchuldloſe Weſen? Sie zu be⸗
ſitzen iſt der hoͤchſte Wunſch Ihres einzigen Sohnes— geben Sie mir Wanda, Mutter, und Sie haben dann zwei Weſen die Sie anbeten.—„Ich ſagte dir ſchon fruͤher daß ein ſchreckliches Dunkel zwiſchen dir und Wanda laͤge: willſt du mich zwingen es zu beleuchten? Soll ich die Natter auch in deinen Buſen werfen, daß ſie ihn zernage,
wie ſie in dem meinen thut?— Wenn Sie
nicht wollen, daß mich die Marter der Un⸗ gewißheit zernichte, ſo enden Sie, meine theure Mutter, ich bin auf Alles gefaßt.“— Ein ſchrecklicher Kampf malte ſich jetzt in
den Zuͤgen meiner Mutter— mit der Hoͤl⸗
lenangſt des ſterbenden Boͤſewichts hing ich an ihrem Munde— nach einer langen Pauſe
hub ſie endlich leiſe an:„So wiſſe denn, daß Wanda's Vater der Moͤrder des dei⸗
nigen iſt!— Mit verhuͤlltem Geſichte ſank
ſie in das Sopha zuruͤck waͤhrend ich, wie
vom Zlitz getroffen, bewußtlos vor mich
hinſtarrte.— Politiſche Meinungen, fuhr
9 12


