91
„König Heinrich VIII. aß um zehn Uhr zu Mittag, und um vier Uhr zu Abend. Die Ehrendamen ſeiner Ge⸗ mahlin bekamen ein Maaß Bier, und eine Scheibe Rind⸗ fleiſch zum Frühſtück!“
Seine Frau antwortete darauf:
„Ich denke, wir werden etwas Beſſeres haben.“
Sodann wurde der Tag beſprochen, an welchem das Gaſtmahl Statt finden ſollte, und Beide kamen überein, daß kein Tag paſſender ſein könnte, als das Dankfeſt; denn wie Frau Churchill ſehr richtig bemerkte, es war wirk⸗ lich ein Dankfeſt für Kavanagh. Sie fügte noch hinzu:
„Wie feierlich er geſtern des Statthalters Bekannt⸗ machung verlas! beſonders die Worte: Gott ſegne den Staat Maſſachuſetts! Und was für eine Bekanntmachung war das! Wie er ſie über die Kanzel breitete, ſah ſie aus wie ein Tiſchtuch.“
Nachdem endlich die Vorbereitungen zu Ende waren, wurde das Mittagseſſen vom Stapel gelaſſen.
Da nur ſechs Gäſte gegenwärtig waren, und das Diner auf vier und zwanzig Perſonen berechnet war, nach ruſſiſchem Styl im November, ſo fiel es ſehr reichlich aus. Es begann mit einer soupe à la Colbert, und endete mit einer Mehlſpeiſe à la Nesselrode; doch da während des Eſſens die franzöſiſchen Namen der verſchiedenen Gerichte nicht erwähnt, ſondern der Hammelbraten, die rothen Rüben und der Eierkuchen alle bei ihrem engliſchen Vatersnamen genannt wurden, ſo erſchien das Diner auf dem Tiſche weit weniger prachtvoll, als auf dem Küchenzettel, und die Gäͤſte waren ſich nicht vollſtändig bewußt, welches prächtigen Feſtmahls ſie ſich eigentlich erfreuten. Die Fröhlichkeit des Tages wurde durch keinen unangenehmen Zufall geſtört; ob⸗ gleich Herr Churchill ein oder zwei Mal ſehr verdrießlich war, über Musje Alfred, der ſeinerſeits die Gäſte ſehr be⸗ luſtigte. Man hatte ihm erlaubt, bei der Feſtlichkeit gegen⸗ wärtig zu ſein, und er verkündete ziemlich laut alles was kam, lange bevor es erſchien. Als das Mittageſſen vorüber war, erinnerten ſich mehrere der Gäſte alle der paſſenden und geiſtvollen Unterhaltungen, die ſie geführt haben könnten, und waren erſtaunt über ihre Gedankenloſigkeit, die ſie ver⸗


