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Kavanagh : eine Erzählung / von H.W. Longfellow, Verfasser von "Hyperion", "Evangelien" u.s.w. ; aus dem Englischen
Entstehung
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Seele für Freudenthränen, drückte Alice nur um ſo feſter an's Herz, und küßte und liebkoſte ſie.

Ach, wie glücklich biſt Du, Cäcilie! ſeufzte endlich die arme Dulderin, in dem halb klagenden Ton, der Cä⸗ cilien nicht fremd war.Wie glücklich biſt Du, und wie ſeend ich! Dein iſt alle Freudigkeit des Lebens, und mein eline ganze Traurigkeit. Wie wenig wirſt Du jetzt an mich denken! Ich werde Dir Nichts mehr ſein, und Du wirſt mich vergeſſen!

Niemals, Du Einzige! rief Cäcilie mit Wärme und Aufrichtigkeit aus.Ich werde Dich nur um ſo mehr lie⸗ ben. Beide werden wir Dich lieben. Du wirſt nun zwei Freunde ſtatt eines haben.

Ja, aber beide werden nicht der Einen gleich kom⸗ men, die ich verliere. Nein, Cäcilie, täuſchen wir uns nicht ſelbſt. Ich thue es nicht. Du kannſt jetzt nicht mehr ſo oft und viel um mich ſein, als früher, und kämeſt Du, ſo würden doch Deine Gedanken anderswo ſein als hier. Ach, gerade als ich ihrer am meiſten bedurfte, habe ich meine Freundin verloren.

Cäcilie verſuchte eifrig und ernſtlich ſie vom Gegentheil zu überzeugen, und theilte Alicen ihren kleinen Lebensplan mit, nach welchem ihre romantiſche Freundſchaft neue Kraft und Schönheit von der noch romantiſcheren Liebe erhielt. Sie wurde durch ein Klopfen an der Hausthür unterbrochen, hielt einen Augenblick inne, und ſagte dann:

Das iſt Arthur, er wollte mich abholen.

Ach, welch ein Blick in die Häuslichkeit, auf den hei⸗ miſchen Heerd und auf das ganze glückſelige Leben Cäci⸗ liens enthüllte ſich in dem Einen Liebesworte:Arthur! und welcher Schickſalsſpruch für Alice! welcher namenloſe Kummer! welch endloſer Kampf zwiſchen Liebe, Freundſchaft, Pflicht und Neigung!

Ein leiſes Zucken der Augenlieder und Hände, ein haſtiger Verſuch ihr Haupt von Caäciliens Schulter empor⸗ zuheben, das waren die einzigen äußeren Zeichen ihres Seelenſchmerzes. Aber ein fürchterliches Weh durchſchnitt ihr Herz, ihr Blut ſtrömte wirbelnd nach dem Kopfe; und als Cäcilie mit liebeſtrahlendem Antlitz und gehobener Hal⸗