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Kammern ihrer Herzen einnehmend, ihnen Troſt und Wonne gewährte.
„Wie fieberhaft Deine Hand brennt, Du Liebe!“ ſagte Cäcilie.„Was iſt Dir denn? Biſt Du unwohl?“
„Daſſelbe hat mir heute meine Mutter geſagt,“ er⸗ widerte Alice.„Ich fühle mich ein Wenig ſchwach und ange⸗ griffen, das iſt alles. Ich konnte dieſe Nacht nicht ſchlafenz ich kann niemals ſchlafen, wenn es regnet.“
„Hat es dieſe Nacht geregnet? Ich habe nichts ge⸗ hört.“
„Ja, gegen Mitternacht recht ſtark. Ich hörte ſtun⸗ denlang zu, denn ich liege gern wachend und lauſche den Tropfen, die auf Dach und Blätter fallen. Es verſetzt mich in einen wonnigen Zuſtand von Träumerei, den ich viel mehr liebe, als den Schlaf.“
Cäcilie blickte zärtlich in ihr bleiches Antlitz. Ihre Augen glühten und auf den Wangen brannte jenes purpur⸗ rothe Zeichen, welches ihrer Mutter ſo große Angſt einge⸗ flößt haben würde, daß es vielleicht beſſer für ſie war, blind zu ſein, als ſehend.
„Wenn Du das Land der Träume betrittſt, ſo gehſt Du ein in mein Reich. Du weißt, ich bin die Königin
dieſes Reiches. Aber ſeit Kurzem habe ich daran gedacht,
meinem Throne zu entſagen. Dieſe endloſen Träumereien ſind wirklich zeit⸗ und kraftraubend.“
„Glaubſt Du?“
„Ja, und Herr Kavanagh auch. Wir ſprachen neulich Abend davon, und als ich nachher darüber nachdachte, ſah ich ein, daß er Recht hat.“
Und die Freundinnen beſchloſſen, halb im Ernſt, halb im Scherz, daß von dieſem Tage an, die Gitter ihrer Tagesträumereien geſchloſſen bleiben ſollten.
Und geſchloſſen wurden ſie nicht lange darauf; für die Eine durch den Engel des Lebens, für die Andere durch den Engel des Todes!


