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Kavanagh : eine Erzählung / von H.W. Longfellow, Verfasser von "Hyperion", "Evangelien" u.s.w. ; aus dem Englischen
Entstehung
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Die Geſellſchaft kehrte nach Hauſe zurück, wie ſie ge kommen war, Alle müde und glücklich, ausgenommen der kleine Alfred, der müde und verdrüßlich war, und ſchläfrig, mit ſchwer herabhängendem Kopfe auf ſeines Vaters Schooße ſaß, den Hut ziemlich wild über die Augen geſtülpt.

22.

Der braune Herbſt kam. Draußen brachte er den Feldern die Fülle der gelben Ernte, den Wäldern Offenbarungen des Lichtes, und dem Himmel die ſcharfe Luft, den Morgennebel und die rothen Abendwolken. Drin⸗ nen den Sinn für Häuslichkeit, die Stille der verſchloſſenen und verhängten Fenſter, das Dämmern am Kamin, Bücher, Freunde, Unterhaltung, und die langen, nachdenklichen Abende. Dem Landmann brachte er Stillſtand in der Ar⸗ beit, dem Gelehrten jenen ſüßen Wahnſinn, welcher die Arbeit in Vergnügen verwandelt. Er führte die wilden Enten zu den ſchilfigen Sümpfen des Südens, und die wilden Lieder in das glühende Hirn des Dichters zurück. Draußen war die Straße mit Gold gepflaſtert, und der Fluß glitt im rothen Abglanz der Blätter dahin. Drinnen erheiterte das Antlitz der Freunde die düſtern Wände, die wiederkehrenden Schritte lang Abweſender erfreuten die Schwelle; und all die ſüße Anmuth des geſelligen Lebens trat ihre unterbrochene Herrſchaft wieder an.

Kavanagh hielt eine Predigt über die Ankunft des Herbſtes. Er nahm ſeinen Text aus dem Jeſaias*),Wer iſt der, ſo von Edom kommt, mit röthlichen Kleidern von Bazra? Der ſo geſchmückt iſt in ſeinen Kleidern, und ein⸗ hertritt in ſeiner großen Kraft? Warum iſt denn Dein Gewand ſo rothfarb, und Dein Kleid wie eines Kelter⸗ treters?

5) Jeſaias, 63, 12.