— 383
ſeyn. Dein ehemaliges Stuͤbchen ſteht ja leer, nicht umſonſt hat uns Gott ſo reich geſegnet.
Ich fiel dem beſten Manne geruͤhrt um den Hals, und druͤckte ihn feſter an meine Bruſt, er hatte meinen ſtillen Wunſch errathen.
Bei wem bin ich denn? hob der Vetter mit ſchwacher Stimme an, ſind es vielleicht Bekannte, die ſo mitleidig gegen einen Ungluͤcklichen ſind. Ich bin wohl ſchwach geworden an der Thuͤr? Es iſt freilich hart, als ein fremder Bettler vor der eignen Schwelle zu ſtehen.
Hier ſeyd ihr kein Fremder, antwortete ich, Vetter, kennt ihr denn Annen nicht mehr? Seht, das iſt Eckard, den ihr ja immer gern hattet, wir freuen uns, euch bei uns zu ſehen, und bieten euch von Herzen alles an, was wir vermoͤgen.
Nein, nein, ſagte er unruhig, und erhob ſich muͤhſam, hier kann ich keine Wohlthaten empfan⸗ gen, von euch kann ich nichts annehmen. Laßt mich fort. Wenn Anna wuͤßte wie wenig ich ihre Liebe verdiene, ſie wuͤrde ſo nicht mit mir ſprechen.
B b 2


