Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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empfangen. Jeder Hauswirth ſteht dann mit all den Seinen vor der Thuͤr, um auszutheilen. Nicht nur Geld, auch eine kleine Erquickung wird den Armen gereicht, die kleinſten Kinder freuen ſich hier des Wohlthuns, die Straßen ertoͤnen von den Dankliedern des langſam fortſchreitenden Zu⸗ ges, und die Thraͤne des geruͤhrten Gebers miſcht ſich mit der Freudenthraͤne des Beſchenkten. Dies⸗ mal war der Tag vorzuͤglich ſchoͤn. Kein Woͤlk⸗ chen truͤbte den Himmel, die reine Luft trug uns ſchon von Ferne die Klaͤnge des frommen Kirchen⸗ liedes zu, das von mehrern hundert Stimmen ge⸗ ſungen den Herrn lobte, und jetzt bog der Zug um die Ecke unſrer Straße. Voraus gingen die Kinder, erſt Maͤdchen, dann Knaben, ihnen folg⸗ ten die Weiber, die Greiſe ſchloſſen die Reihe, alle reinlich und ganz gleich gekleidet. Mit wehmuͤthiger Freude ſah ich ſie langſam heranzie⸗ hen. Mein Mann hielt den gefuͤllten Beutel, ein kleiner war in des huͤpfenden Heinrichs Hand. Ich ſelbſt wollte etwas Wein an die Alten, und den Uebrigen Backwerk austheilen, wobei mir die Magd beiſtand. Die ganze Straße war lebendig,

keine Hand, die ſich heute nicht willig geoffnet

häͤtte.