Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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der Himmel mich vor dem groͤßten Verluſt be⸗ ſchuͤtzte, hat er ſie getroffen.

Ich ſtand erſtaunt und vermochte nicht zu ſpre⸗ chen, aber ich ergriff die dargebotenen Haͤnde mei⸗ ner Herrſchaft und benetzte ſie mit Thraͤnen.

Gott ſey gelobt, liebe Anna, ſagte ſie, der deine Schritte hieher gelenkt hat. Die Tochter des geretteten Vaters hat ja keine heiligere Pflicht,

als dich Aermſte zu troͤſten. Sey gewiß, ich will ſie treulich erfuͤllen.

Von dieſem Tage an ward ich kaum mehr als Dienerin, mehr als die Freundin meiner Frau ge⸗ halten. Sie zog mich liebend naͤher an ſich, ließ mich an allem Theil nehmen, was ſie erfreute, und was meinen lernbegierigen Geiſt bilden konnte. Demuͤthig nahm ich dieſes hoͤchſte Gluͤck an, ohne mich zu erheben, es war ein Vermaͤchtniß meines lieben Mannes, deſſen Verdienſt es mir erwarb. Ich hatte nie Umgang mit einem weiblichen Weſen meines Alters gehabt, jetzt zum erſten Mal lernte ich ſeine Freuden kennen. Der Rang, der zwi⸗ ſchen uns ſtand, minderte ſie nicht; anſpruchsloſe Beſcheidenheit, die ihre Niedrigkeit fuͤhlt, erkennt gern eine hoͤhere Wuͤrde an, auch war nichts in