Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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rmeerrnreewng 35½

und um den kleinen Mund ſchwebte ein holdſeliges

Laͤcheln. Das reiche blonde Haar uͤber der Stirn geſcheitelt, fiel zu beiden Seiten in langen Locken, unter einem ſchwarzen Sammethaͤubchen hervor, das an die Stirn und die Schlaͤfe mit drei klei⸗ nen Schneppen ſich anſchloß. Ihr dunkles weit⸗ faltiges Kleid umſchloß ein breiter Guͤrtel, an dem ein Schluͤſſelbund herabhing, und eine goldene Kette, der einzige Schmuck der angenehmen Ge⸗ ſtalt, ſiel unter dem kleinen Spitzenkragen hervor.

So war die Mutter des Mannes, fuͤr den ich dieſe Erzaͤhlung beſtimme, als ich ſie zuerſt ſah. Ja mir iſt ihr Bild unausloͤſchlich, aber nur ſchwache Zuͤge ſind es, mit denen ich es hier zeich⸗ nen konnte. Ihm wird ſelbſt das Wenige werth ſeyn⸗.

Die junge Frau ward mich kaum gewahr, als ſie aufſtand und mir entgegen kam. Ich hatte faſt nicht noͤthig, ihr mein Begehren in Worten kund zu thun, ihre freundliche Milde errieth, was ich bitten wollte. Es iſt Platz genug bei uns, eine Reiſende zu beherbergen, ſagte ſie, uͤber meine Aengſtlichkeit laͤchelnd— auf dem Lande muß man gaſtfrei ſeyn, zumal wenn man ſo einſam liegt, wie wir. Setzt euch gleich, gute Frau— lieber